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  • Hubert Pomplun

KRANICHE 2021


10.2.2021 Hier im Havelland, ganz in unserer Nähe. Auch der strenge Frost dieser Tage hat sie nicht vertrieben. In Brandenburg überwintern in jedem Jahr einige Tausend. Kälte macht ihnen nicht viel aus. Aber wenn der Boden gefroren ist oder hoher Schnee liegt, wird die Nahrung knapp. Dann kommt es zu "Winterfluchten", kürzeren Zügen nach SW. Foto ChrB

Die alljährliche Januarzählung in Spanien hat diesmal nur 169.182 Kraniche ergeben. Die "Grulleros" weisen darauf hin, dass dieses Ergebnis durch die Unzugänglichkeit vieler Gegenden infolge der ungewöhnlich starken Schneefälle stark verfälscht ist. Im Dezember 2020 waren es noch 240.000 (und ähnliche Zahlen in den Vorjahren; siehe unsere früheren Berichte). Aber die Kraniche warten nicht. Als hier noch Schnee lag, kamen schon Meldungen von ersten Zügen aus Holland ("Kraanvogels") und dem Rheinland und jetzt (Anfang März) hören wir auch hier in Brandenburg täglich die typischen Rufe beim Zug. "Alle reden vom Wetter - wir nicht" hieß es früher in der Winterwerbung der Bundesbahn. Dazu schweigt die Bahn heute lieber - aber die Kraniche ziehen auch bei Schnee und Kälte.


15.-21.2.2021 in Spanien: Da waren noch mehr als 150.000 Kraniche in Spanien; aber sie ziehen auch dort nach NO. Die größten Konzentrationen waren nicht mehr in der Extremadura (Caceres und Badajoz), sondern in Navarra. Dort sammeln sie sich und warten auf günstige Verhältnisse zum Überflug über die Pyrenäen. Mit der jetzt einsetzenden SW-Strömung dürfte in den nächsten Tagen der Höhepunkt des Zuges zu beobachten sein, auch über Deutschland.


17.3.2021: Ganz in der Nähe unserer Kute. Links steht Solveig, zu erkennen an ihren farbigen Ringen. Zuletzt haben wir sie im Oktober 2020 hier gesehen. Von November 2020 bis Februar 2021 war sie in Spanien. Sie hat im Mai 2018 in MV das Licht der Welt erblickt. Wenn man nicht wüsste, dass sie eine Kranichfrau ist, könnte man es aus dem Verhalten der drei Vögel schließen. Es ist Frühling und die zwei Kerle prügeln sich, um ihr zu imponieren. Im Mai wird sie drei Jahre alt und vielleicht zum ersten Mal brüten. Foto ChrB


22.4.2021: Kranichfamilie mit Küken, in der Nähe unserer Kute. Das Kleine ist höchstens 4 Tage alt. Wir nehmen an, dass es das gleiche Paar ist, das hier im Vorjahr 2 Küken an die Wildschweine verloren hat. Foto ChrB


21.5.2021: Die gleiche Familie. Der Jungvogel ist jetzt knapp 5 Wochen alt. Der Fuchs wird beobachtet, aber veranlasst die Vögel nicht zur Flucht. Foto ChrB


7.7.2021: Ja, das ist er wieder, jetzt ca. 11 Wochen alt. Besonders Hals und Kopf haben noch die Kinderfärbung, aber die Flügel! Er fliegt auch schon mit seinen Eltern herum. Foto ChrB



22.7.2021: 13 Wochen alt. Die Trimmung ist noch anders als beim Altvogel, aber er wächst ja auch noch ein kleines Stück. Auf diese blöden Drähte musst Du besonders aufpassen, sagt der Alte. Foto ChrB


3.10.2021: Kraniche in Parey, südlich vom Gülper See. Foto ChrB



Die Herbstwanderung der Kraniche ist in vollem Gang. In Linum, wo ab 21.9. gezählt wird (21.000), waren es am 5.10. 58.000. Hier am Beetzsee haben wir in den letzten Tagen die ersten größeren Züge - wie immer zuerst gehört und dann - gesehen. Am 8.10. waren 30.000 schon am Lac du Der (NO-Frankreich) und am 9.10. wurden Kraniche sogar schon in mehreren Provinzen Spaniens beobachtet.


14.10.2021: Soo viele Kraniche auf einem Stoppelfeld bei Linum.



Die Zählungen am großen Schlafplatz im Rhinluch:

21.09.2021 21.638

28.09.2021 36.737

05.10.2021 58.564

12.10.2021 49.226

19.10.2021 79.240

26.10.2021 64.320

02.11.2021 49.998

09.11.2021 8.327

16.11.2021 11.539


Am 22.11.2021 war großer Abflugtag. Größere Trupps ziehender Kraniche wurden aus ganz Deutschland gemeldet. Das Wetter war typisch dafür: kalt, klar und sonnig. Wir waren im Kranichland im Garten und konnten sie den ganzen Tag lang hören.



Hier wieder das Diagramm, wie immer von unserem Freund Moriz Rauch. Im Nachhinein betrachtet, liegen die Jahre eng bei einander. Nur 2014 war ein "Ausreißer". Da gab es auf der westeuropäischen Route insgesamt nicht mehr Kraniche als in den anderen Jahren, aber aus irgendwelchen Gründen sind mehr von ihnen über Linum geflogen. Oder haben sie nur länger dort gerastet - etwa, weil das Nahrungsangebot üppiger war?




In Spanien wird weiterhin wöchentlich landesweit gezählt. Bis zum 4.12.2021 hat sich schon die alljährlich zu beobachtende Verteilung gebildet. Die meisten Kraniche sind nicht mehr im Norden (Navarra), wo sie über die Pyrenäen gekommen sind, sondern in ihrem Winterhauptquartier, der Extremadura (Badajoz und Caceres).



Kurz vor Jahresende haben sie in Spanien auch in diesem Jahr wieder landesweit gezählt: 258.358 Kraniche (+ 14.327 in Portugal).

"Alles" über Kraniche, Fotos und Vergleiche mit den Vorjahren siehe frühere Beiträge, z.B. www.stiftung-kranichland.org/kr-2020.

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