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Das Projekt Kute         26.12.2025

Berlin-Brandenburger kennen das Wort: eine flache Grube, eine Senke. Unsere Kute ist ein 2 ha großer Teich, den wir zusammen mit dem umliegenden Land von insgesamt 4,2 ha 2013 kaufen konnten. Es ist ein Naturparadies mit einer bewegten Geschichte.

 

Die letzte Eiszeit hinterließ eine breite Schmelzwasserrinne, mindestens 25 km lang, in der sich die Seen der Beetzseekette gebildet haben (ähnlich der Seenkette am Rand des Berliner Grunewalds). Ferner hinterließen die Gletscher Ton (feinst gemahlene Mineralien mit Korngrößen unter 2/1.000 mm) in z.T. meterdicken Schichten.

 

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ca.1780: Ausschnitt aus dem Kartenwerk des preußischen Offiziers und Kartographen Schmettau. Da gab es die Kuten noch nicht. An ihrer Stelle erstreckte sich zwischen Ketzür und Lünow das "Große Bruch".  

Die Trockenlegung begann in Ketzür um 1850 mit dem Tonabbau zur Versorgung  der Ziegeleien. Wegen des hohen Grundwasserstandes musste in den Gruben ständig gepumpt werden. Auf dem Höhepunkt des Berliner Baubooms ("Gründerjahre" nach 1870) gab es rund um den Beetzsee mehr als 30 Ziegeleien, die ihre Erzeugnisse auf dem Wasserweg nach Berlin lieferten (Fontane: "Berlin ist aus dem Kahn gebaut.")

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1868: Plan für den Neubau eines Ringofens in Bagow durch die Herren Mennshausen/Gortz und Fischer/Ketzür (Quelle Landeshauptarchiv Potsdam)

1873 wurden auch in Ketzür alte "Feldöfen" durch einen Ringofen ersetzt, der bis etwa 1910 in Betrieb war. Als mit Beendigung des Tonabbaus nicht mehr gepumpt werden musste, füllten sich die Gruben schnell mit Grundwasser und es entstanden die heutigen Teiche, z.T. noch über 4 m tief über vermutlich dicken Schlammschichten.

Der ganze Bereich gehört zum EU-Vogelschutzgebiet "Mittlere Havelniederung". Unser Grundstück ist - wie auch die umlegenden - an einen Landwirt verpachtet, der darauf "Mutterkuhhaltung" betreibt. Das ist eine relativ naturfreundliche extensive Nutzung mit Beweidung und Heumahd - letztere meist nur einmal pro Jahr wegen der monatelangen Überschwemmung im Winterhalbjahr (keine CO2-Freisetzung, da kein Grünlandumbruch; keine Boden- und Grundwasserbelastung durch Überdüngung; keine Pestizide).

Die Abgeschiedenheit des Teichs hinter (meist) breiten Schilfgürteln im Sommer und alljährliche Überstauung der Umgebung bis weit ins Frühjahr machen diesen Landschaftsteil zu einem wichtigen Biotop besonders für Brut- und Zugvögel. U.a. wurden beobachtet Baumfalke, Blässgans, Blässhuhn, Bruchwasserläufer, Fischadler, Flußseeschwalbe, Graugans, Graureiher, Haubentaucher, Höckerschwan, Kiebitz, Knäkente, Kolkrabe, Kormoran, Kranich, Krickente, Lachmöwe, Löffelente, Milan (beide), Rohrdommel, Rohrweihe, Schellente, Schwarzhalstaucher, Schwarzstorch, Seeadler, Silberreiher, Singschwan, Stockente, Weißstorch, Weißwangengans, Zwergdommel.

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2.1.2021 (Drohne): Unsere Kute ist der größte Teil der großen blauen Fläche in der linken Hälfte. Das hellgraue Dreieck links davon ist eine nur im Winter flach überstaute Wiese. Der kleine helle Fleck im linken unteren Eck ist unser Turm am Radweg nach Lünow. Im Eck links oben Teile von Ketzür. 

Den besten Überblick hat man vom Radweg Ketzür-Lünow auf dem ehemaligen Bahndamm. Dort haben wir 2014 eine Infotafel hingestellt und 2020 unseren Vogelbeobachtungsturm (mehr dazu).  

Landschaft- und auch Vogelschutzgebiet bedeuten in der Praxis nur wenig "Schutz". Beispiele dafür gibt es leider ohne Ende - auch direkt in unserem Gebiet. Deshalb will die Stiftung weitere Teile der Wasser-Schilf-Landschaft erwerben - durch Kauf oder Tausch - um sie für die Natur zu erhalten - für die Menschen - für die Zukunft. Das damit verbundene Grünland kann weiterhin zur Mutterkuhhaltung verpachtet werden. 

Können Sie uns dabei helfen?

Naturstiftung Kranichland

Ketzürer Dorfstraße 23
14778 Beetzseeheide
Tel. 033836-20474
eMail: stiftung-kranichland@t-online.de

 

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