Schleiereule I

Tagebuch 8.8. - 17.9.2016

 

17.8.2016: alle vier "Großen" sitzen im Kreis um das Kleinste herum und sehen zu, wie sich das mit einer Maus abplagt. Kein Streit.

 

18.8.2016: Die Jungen werden beringt (Ringe der Vogelwarte Hiddensee). Noch keine Abwehr gegen das Ergreifen. Sie werden ganz starr und so wieder in den Kasten zurückgelegt. Die Mutter erscheint nur wenige Minuten später wieder im Nistkasten.  

 

27.8.2016: Schwung- und Schwanzfedern wachsen deutlich.

 

30.8.2016: Das Kleinste sitzt in der Früh unterhalb des Kastens auf der Erde. Aufgrund der Rufe, die am Abend vorher zu hören waren, ist es dort wohl auch gefüttert worden. Wird wieder in den Kasten gesetzt.

17.8.2016 22:55 Uhr: Die abendliche Fütterung ist in vollem Gang. Die Kleinen sind 12-25 Tage alt.

Die beiden Eier vorne verdeutlichen, wie schnell die Küken schon gewachsen sind.

Foto Livecam

5.9.2016: Mutter Eule frisst eines der beiden Eier.

 

10.9.2016: Die Kamera zeigt nur vier Junge. Das fünfte wird außerhalb am Boden gefunden und wieder in den Kasten gebracht.

 - 20:20 Uhr: das Kleinste wird heftig attackiert, wohl von dem hungrig gebliebenen Ausflügler.

 - 20:27 Uhr: Derselbe stürzt sich auf ein anderes Geschwister, das eine Maus hat; dann wieder auf das Kleinste und dann wieder auf ein anderes Geschwister.

 

 - Seitdem haben wir das Kleine nicht mehr gesehen; auch nicht außerhalb gefunden.

4.9.2016 17:52 Uhr  Eulengesichter, 30-43 Tage alt.

Foto Livecam

 - Tagsüber sind die 4 Jungen meist im Kasten zu sehen - schlagen mit den Flügeln - fliegen auch herum, so dass sie manchmal die Kamera verdecken - üben das Beutegreifen, indem sie mit vorgestreckten Krallen herabstoßen.

 

 - Abends und nachts sind sie im Brutraum oft gar nicht mehr zu sehen, sitzen dann wahrscheinlich alle am Eingang und warten auf Futter. Dort sind sie durch das Schattenbrett verdeckt.

 

13.9.2016: Am späten Nachmittag wird eines der Jungen im Geäst unterhalb des Nistkastens entdeckt, gut getarnt und reglos in einem Holunder sitzend (Foto).

 

Wenn Sie selbst sehen wollen, wie es im Kasten zugeht, klicken Sie hier. Das System liefert dann das gerade aktuelle Bild.

13.9.2016 nachmittags: 3 Junge sitzen im Brutkasten, eine im Geäst darunter.

46-52 Tage alt.

Foto UM

Tagebuch 24.7. - 7.8.2016:

Vom 23.7. bis zum 5.8.2016 schlüpfen 5 Küken; meist im Abstand von zwei Tagen. Das 4. Küken kam am 29.7. - dann eine längere Pause und am 5.8. das wohl letzte Küken. Daher nehmen wir an, dass die zwei noch vorhandenen Eier als Nr. 5 und 6 gelegt worden sind.

 

Die durchschnittliche Brutdauer sind damit 32,4 Tage.

 

In den letzten zwei Wochen hat sie mit ausgestellten Flügeln über Eiern und Küken gesessen, so dass diese nur selten zu sehen waren.

 

Er bringt fleißig Mäuse, die sie verfüttert. Manchmal liegen mehrere Mäuse als Vorrat für den Tag im Kasten. Kopulationen sind nur noch selten zu beobachten.

25.7.2016: Das haben wir nur einmal beobachtet.

Die beiden sind 2 bzw. 1 Tag alt,

aber krabbeln schon in dem Kasten herum.

Foto Livecam

7.8.2016: 5 Küken, aufgebaut zum Fototermin.

15, 14, 12, 9 und 2 Tage alt.

Foto Livecam

So ein Bild war erstmals am 7.8.2016 zu sehen: alle Küken sind mal nicht mehr unter Mutters Flügeln. 

 

Beeindruckend ist das rasante Wachstum. Ein Küken sitzt/steht schon aufrecht. 

 

Unsere Eule gibt ein Beispiel für das Prinzip Arterhaltung. Seit Februar lebt sie hauptsächlich in dem Brutkasten; seit April hat sie ihn kaum noch verlassen. Sie lässt sich treten, füttern, legt schließlich 7 Eier, brütet sie aus, kümmert sich rund um die Uhr um ihre Jungen. Wenn das etwa im September aufhört, dann hat diese fantastische Jägerin beinahe ein halbes Jahr in dem 1/2 Quadratmeter großen Brutkasten zugebracht.

 

 

Wenn Sie selbst sehen wollen, was gerade in der Eulenfamilie passiert, klicken Sie hier. Das System liefert dann das gerade aktuelle Bild.

 

(Die automatische Weiterschaltung zu "bewegten" Bildern geht leider noch nicht; wir brauchen dazu externe Hilfe.)

 

 

 

 

 

Tagebuch 11.2. - 23.7.2016:

16.4.2016: Der Nahrungsvorrat

Foto Livecam

26.6.2016: Sie hat schon 4 Eier gelegt - er liebt sie immer noch stürmisch

Foto Livecam

Am 11.2.2016 sind beide Eulen - endlich - zum ersten Mal in ihrem neuen Kasten erschienen. Sie schnäbeln. Am 23.2.2016 können wir das erste Mal eine Kopulation beobachten, von da an häufig. Sie sind immer nur abends und nachts im Kasten, für wenige Minuten bis zu einer Stunde, dann wieder ein paar Tage gar nicht (2.-8.3.; 12./13.3.; 15.-18.3.; 20.-22.3.2016). Am 19.3.2016 wieder eine Kopulation. Ab jetzt ist sie auch tagsüber im Kasten, mit kurzen Ausflügen nachts. Am 30.3.2016 liegt zum ersten Mal eine tote Maus drin, die sie dann frisst.

 

Unsere Freundin schreibt z.T. minutiös auf, was Kamera und Speicher anzeigen.

 

So heißt es z.B. am 20.4.2016:

  • beide sitzen den ganzen Tag drin

  • 20:34 er tritt sie

  • 20:42 er bringt ihr eine Maus

  • 21:02 er haut ab

  • 22:14 er bringt eine Maus, tritt sie, haut ab

  • 22:40 er kommt, tritt sie, haut ab.

 

 

 

So geht es lange Zeit. Sie verlässt den Kasten seltener. Er ist tagsüber bei ihr; abends und nachts fliegt er zur Jagd, bringt ihr Mäuse, tritt sie. Nicht selten tauschen sie auch Zärtlichkeiten aus (anschmiegen, schnäbeln).

 

Ab 22.5.2016 ist sie tagsüber meist allein in dem Kasten. Seine Besuche werden kürzer; aber er bringt weiterhin Mäuse und tritt sie. 

 

Notiz vom 1.6.2016 22:26: "Sie wartet immer noch, bisher war er noch nicht da, dann ist sie weg, wahrscheinlich hat sie Hunger."

 

2.6.2016: "Sie ist alleine. Er kümmert sich zu wenig, wahrscheinlich hat er doch noch eine Zweitfrau, die vielleicht schon brütet, die er versorgen muss." ("Schachtelbrut"?)

 

So geht das bis zum 18.6.2016. Er kommt immer nur für ein paar Minuten, tritt sie, Übergabe von Mäusen ist nicht mehr zu beobachten. Wir vermuten, dass er wo anders schon Kinder versorgen muss und "unsere" Eule deshalb in diesem Jahr nicht mehr zum Brüten kommen wird. Es ist ja auch schon spät.

 

 

 

 

 

 

Irrtum!

 

19.6.2016: Das erste Ei! 

21.6.2016: Das zweite Ei.

23.6.2016: Ei Nummer 3.

25.6.2016: Ei Nummer 4.

28.6.2016: Ei Nummer 5.

1.7.2016:   Ei Nummer 6.

3.7.2016:   Ei Nummer 7.

 

Seine Besuche sind wieder regelmäßiger: er bringt auch Mäuse und tritt sie immer noch.

 

Sie sitzt nicht stundenlang fest wie eine Hühnerglucke, aber sie brütet. Die Sitzhaltung, die unsere Kamera von oben aufnimmt, ist deutlich anders als früher.

 

Schleiereulen brüten vom ersten Ei an, so dass die Jungen aus den später gelegten Eiern auch später schlüpfen werden. 

 

 

3.7.2016: Das siebente Ei!

Foto Livecam

24.7.2016: Das erste Küken, einen Tag alt.

Foto Livecam

Schleiereulen 2007-2015

 

Im Herbst 2007 bekam unsere Freundin öfters Besuch von einer Schleiereule. Wir haben sogleich ein Loch in den Giebel der hohen Garage gehackt und innen einen Brutkasten angebracht. Mit Erfolg. Seit 2008 haben sie regelmäßig gebrütet, nur nicht nach den beiden strengen Wintern.

 

So auch im Jahr 2015. Aber dann ist es passiert. Eines Morgens Ende Juni lag das Männchen tot im Garten, mit abgebissenem Kopf. Am nächsten Abend flog "sie" lange rufend herum und schon in dieser Nacht waren plötzlich auch die Rufe eines Männchens zu hören. (Unsere Freundin kann inzwischen die Geschlechter auch nach ihren Rufen unterscheiden.)

 

Wir haben dort nie andere Schleiereulen gesehen oder gehört und hätten nicht geglaubt, dass sich so schnell ein Nachfolger findet. 

 

Dann hat sie offenbar wieder gebrütet, denn zu hören war nur noch er. In Zukunft wollten wir mehr wissen: Haben sie das erste Gelege zerstört - gar gefressen? Wie viele Eier waren es, wie viele Junge sind geschlüpft? Und wie wird das im nächsten Jahr?

 

So haben wir einen neuen Brutkasten gebaut - mit eingebauten Kameras - und die Kästen im Dezember 2015 ausgetauscht. Der Eulenkasten ist nicht halboffen - wie bei Falken - und daher ist es drinnen ziemlich dunkel. Der Schutz der Tiere hat Vorrang; deshalb bis jetzt nur Infrarot-Zusatzbeleuchtung und Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Manchmal scheint es von draußen hell genug herein, dann liefert die zweite Kamera ohne Zusatzbeleuchtung auch Farbbilder.  

20.9.2014: Das ist sie.

Foto UM

13.9.2014: Das Nesthäkchen. Schon September - und noch so klein!

 Foto UM

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