Unser Kalender 2023    202211

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Der Kalender hat 12 Monatsblätter + Titel + Texte. Wir wollen Ihnen zeigen, welch schöne Naturerlebnisse hier möglich sind und damit für den Schutz dieser Landschaft werben - gemäß unserem Leitbild vom Respekt vor allen Tieren, Pflanzen und der Erde.

 

Den Kalender verschenken wir an alle Spender und Unterstützer. Mehrexemplare verschicken wir gerne für 5,- €/Stück + Versand. Unser Konto bei der HypoVereinsbank hat die IBAN-Nr. DE61 1002 0890 0015 0104 87. Bestellungen bitte über stiftung-kranichland@t-online.de

Auf dem Titelblatt sehen Sie einen Teil des Dorfes Ketzür (rechts) und groß im Bild ein Stück vom Beetzsee, der sich über mehr als 20 km hinzieht. Im Vordergrund ist der Anfang der Landschaft aus Wasser und Schilf um die "Kute". Hier wurde bis um 1900 Ton abgebaut für die vielen Ziegeleien, die es hier gab, und die ihre Ziegel auf dem Wasserweg nach Berlin lieferten. Nach dem Ende des Tonabbaus füllten sich die "Löcher" schnell mit Grundwasser und es entstand eine einmalige Naturlandschaft, die wir mit allen Mitteln schützen wollen.

Das ganze Gebiet gehört zum europäischen Vogelschutzgebiet "Mittlere Havelniederung", was aber in der Praxis leider nur sehr wenig Schutz bedeutet. Drum möchten wir das Vogelparadies der "Kute" durch Kauf und Einbringung in unsere Stiftung dauerhaft vor "Entwicklung" bewahren.

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Zum Kalenderbild April 2023: "Nur" Graugänse - von wegen! Bei unseren Recherchen zu den Texten sind wir - auch - bei den Gänsen auf so faszinierende Details gestoßen, dass wir einige hier wiedergeben wollen.

Graugänse waren in ihrem Hauptverbreitungsgebiet Mitteleuropa bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts fast ausgerottet (Jagd, Eiersammeln) und wurden dann erst aus Nachzuchten wieder angesiedelt. Heute wird ihr Bestand in Mitteleuropa auf mehr als 250.000 Tiere geschätzt. Die meisten ziehen im Winter an den Niederrhein, nach Holland und an die Atlantikküsten. Die "nordischen" Gänse, die sich dann bei uns aufhalten, gehören zu den ca. 15 Arten, die in Nordeuropa bis zur Eismeerküste brüten.

Ihr Zug - bei manchen Arten mehrere 1.000 km - verlangt nicht nur Meisterleistungen in der Orientierung sondern auch in der Logistik. Sie fressen am liebsten die Spitzen der nachtreibenden Gräser. Während die Graugänse im März hier schon brüten, sind nordische Gänse bis in den April auch noch an unserer Kute zu beobachten, weil im "Norden" noch tiefer Winter ist. Sie richten die Etappen ihres bis zu 4 Wochen dauernden Rückflugs so ein, dass sie an den Plätzen für die Zwischenrasten immer so eintreffen, dass der Schnee gerade erst seit ein paar Tagen weg ist und das erste frische Grün abgeäst werden kann. Aber zuletzt fliegen sie dann Nonstop so in ihre Brutgebiete, dass dort noch für 2-3 Wochen mit Schnee zu rechnen ist, weil dann das frische Grün erst kommt, wenn die Küken geschlüpft sind. Während der Brutzeit müssen die Elternvögel hungern; sie sitzt auf den Eiern und er beschützt das Nest.

Gänse pflegen ein sehr ausgeprägtes Familienleben auch in der Großfamilie (Geschwister); sie helfen sich gegenseitig (Kindergarten) und sie kommunizieren auch mit ihren Rufen, die nur für Menschenohren gleich klingen. Einen besonderen Einblick in das Familienleben gewährte eine besenderte Graugans. Nachdem sie in Brandenburg zusammen mit ihrem Partner den Nachwuchs so weit aufgezogen hatte, dass der Vater die Kinder auch alleine betreuen konnte, ist sie an den Neusiedlersee (Österreich, 680 km, 8 Stunden!) geflogen und von dort nach einigen Wochen wieder zurück nach Brandenburg, wo ihre Familie sie wieder in Empfang genommen hat (Der Falke, Sonderheft Wasservögel 12/2019). 

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Das sind die in mehreren Jahren beobachteten Zugwege der Blässgans "494" zwischen ihrem Brutgebiet an der Eismeerküste weit hinterm Ural und der Überwinterung in Bulgarien und Polen - ca. 5.000 km Luftlinie (Kruckenberg 2022). Blässgänse sind in jedem Frühjahr auch auf unserer Kute zu beobachten - da haben sie dann noch einige tausend km vor sich.